23. November 2009 von Dirk
Wenn man sich wie ich 20 Jahre oder länger aktiv mit Billard befasst, kommt man zwangsläufig an den Punkt, an dem man die Weisheit in den Worten eines Reinhold Niebuhr erkennt:
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Oft reift der Gedanke, dass es zwar nicht an Mut, dafür aber an Weisheit mangelt, einfach viel zu spät und die göttlich einzugebende Gelassenheit, hat garkeine Chance sich zu entfalten, weil das Break wieder mal offen liegt, man selbst den einfachsten Ball nicht mehr gepottet bekommt und man die letzte “Ablage” irgendwann im Ikea-Katalog gesehen hat.
An diesem Punkt scheidet sich dann die Gemeinde der Billardspieler, hin zu den Philosophen, die anhand des Spiels das Theodizee-Problem erörtern und je nach Charakter zu Leibnitz oder Voltaire neigen in ihren Betrachtungen, oder jenen Pragmatikern, die sich ganz profan die Kugeln, den Tisch, das eigene Queue oder gar die Luftfeuchtigkeit als Sündenbock aussuchen. Was uns letztlich aber wieder zu einer großen Familie verschmilzt, ist die durchgängige Einsicht in die persönliche Unschuld an dem Dilemma.
So stellt sie sich dann auch immer wieder ein, die göttliche Gelassenheit, und man greift auch am Folgetag zum Queue um sich am Tisch zu messen – nicht mit besserem Erfolg, aber zumindest mit ungebrochenem Enthuisiasmus
Falls jetzt irgendwen noch die Ergebnisse interessieren:
Samstag HH-Flames 2 – BU Flensburg 2 6:2
Sonntag 1 BC Mölln 1 – HH-Flames 2 7:1
Gegen Mölln hatten wir nichts zu erwarten, aber dank (sehr) guter Leistungen meiner Mannschaftskameraden, haben wir zumindest die Pflichtpunkte zu Hause geholt.
Gruß Dirk